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Version 1.05 - 2014

Standard "Transfer aus dem Liegen ins Sitzen" (ambulante Pflege)

 
Nicht immer steht für den Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen ein Bettaufrichter bereit. Wir zeigen Ihnen eine clevere alternative Transfertechnik.
 

Wichtige Hinweise:

  • Zweck unseres Musters ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Dieser Pflegestandard muss in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
  • Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.
  • Dieser Standard eignet sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen "Patient".


Dieses Dokument ist auch als Word-Dokument (doc-Format) verfügbar. Klicken Sie hier!

 

Standard "Transfer aus dem Liegen ins Sitzen" (ambulante Pflege)
Definition:
  • Im Rahmen seiner Fähigkeiten soll sich ein Klient an den Mobilisierungsmaßnahmen beteiligen. Dieses ist auch beim Transfer aus der Rückenlage ins Sitzen der Fall, wenn der Klient den Bewegungsablauf aus eigener Kraft unterstützen kann.
  • Die gängigste Möglichkeit dafür ist die Nutzung eines Bettaufrichters ("Bettgalgen"). Der Klient umgreift den Griff und zieht sich in eine sitzende Position.  Dieser Standard beschreibt einen alternativen Transfer, der genutzt werden kann, wenn kein Bettaufrichter verfügbar ist bzw. wenn dieser aus sonstigen Gründen nicht nutzbar ist.
  • Der hier beschriebene Bewegungsablauf kann in zahlreiche Pflegemaßnahmen integriert werden; etwa zur Durchführung der Körperpflege.
Grundsätze:
  • Eine für alle Klienten gleiche Bewegungsabfolge gibt es nicht. Je nach individueller Verfassung des Klienten können die Abläufe angepasst werden.
  • Die individuellen Wünsche des Klienten sind uns wichtig und werden beachtet.
  • Wir beachten stets die Grundsätze des rückenschonenden Arbeitens. Dieses ist Teil einer professionellen Pflege.
Ziele:
  • Der Klient wird unter Beachtung seiner verbliebenen Bewegungsmöglichkeiten sicher im Bett bewegt.
  • Der Kräfteaufwand für die Pflegekraft wird minimiert. Die Prinzipien des rückenschonenden Arbeitens werden beachtet.
Vorbereitung:
  • Der Klient wird über die anstehende Maßnahme informiert.
  • Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu können. Es wird etwa der Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weggeschoben.
  • Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
  • Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
  • Sofern die Pflegekraft den Klienten noch nicht genau kennt, informiert sie sich genau über dessen Zustand. Relevant sind insbesondere Bewegungseinschränkungen sowie die zu erwartende Schmerzbelastung bei Transfers.
  • Alle Gegenstände werden aus dem Bett entfernt und an geeigneter Stelle zwischengelagert. Dazu zählen etwa Stofftiere, Lagerungshilfsmittel usw.
  • Ab- und zuleitende Systeme (Katheter, Sondenschläuche usw.) werden gesichert.
Durchführung:
  • Der Klient befindet sich in Rückenlage oder in einer mäßigen Oberkörperhochlagerung. Eine leichte Erhöhung des Kopfteils erleichtert den Transfer.
  • Die Pflegekraft steht neben dem Bett auf Höhe des Oberkörpers des Klienten.



  • Mit einer Hand umfasst die Pflegekraft die Stange am Fußende des Bettes. Mit der anderen Hand umgreift sie die Hand des Klienten.
  • Der Klient soll sich nun mit der anderen Hand vom Bett abdrücken und sich gleichzeitig an der Hand der Pflegekraft hochziehen (sog. "Artistengriff").
  • Der Bewegungsimpuls geht also vom Klienten aus. Er wird nicht von der Pflegekraft in eine sitzende Position gezogen.
Nachbereitung:
  • Die Klingel wird in Reichweite des Klienten abgelegt. Der Klient wird gebeten, bei Schmerzen oder bei Schwindel umgehend eine Pflegekraft zu rufen
  • Die Maßnahme wird im Lagerungs- und Bewegungsplan dokumentiert.
  • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des Verhaltens des Klienten werden dokumentiert
  • Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
  • Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
  • Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.
Dokumente:
  • Berichtsblatt
  • Lagerungs- und Bewegungsplan
  • Pflegeplanung
Verantwortlichkeit / Qualifikation:
  • Pflegefachkräfte

 
 
 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema

Schlüsselwörter für diese Seite Transfer; Mobilisierung; Bett
Genereller Hinweis zur Nutzung des Magazins: Zweck unserer Muster und Textvorlagen ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Alle Muster müssen in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden. Unverzichtbar ist häufig auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.