das Altenpflegemagazin im Internet
www.altenpflegemagazin.de
Start Log-in Service Registrierung AGB+Datenschutz Suche / Stichwortindex Quiz Mobil Impressum

 

Version 1.05

Standard "Pflege von Senioren mit Hyperurikämie und Gicht"

 
Fettsucht, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette werden gerne als "tödliches Quartett" bezeichnet. Mit der Gicht gesellt sich eine weitere Wohlstandskrankheit dazu, die zwar nicht lebensbedrohlich ist, dafür aber sehr schmerzhaft. Die Kooperationsbereitschaft vieler Betroffener geht trotzdem gegen Null.
 
So übernehmen Sie eine Textvorlage in Ihre Textverarbeitung
  • Bewegen Sie den Mauszeiger an die Oberseite der Textvorlage, die Sie übernehmen wollen. Er sollte in der freien, weißen Fläche leicht oberhalb der Tabelle platziert werden.
  • Drücken Sie die linke Maustaste und halten Sie diese gedrückt!
  • Fahren Sie mit dem Mauszeiger nach unten. Der Text färbt sich nun blau ein.
  • Fahren Sie mit dem Mauszeiger in den weißen, freien Bereich etwas unterhalb des Tabellenendes.
  • Lassen Sie die linke Maustaste los.
  • Fahren Sie mit dem Mauszeiger irgendwo auf den blau markierten Textbereich.
  • Drücken Sie die rechte Maustaste.
  • Es öffnet sich ein Menü. Wählen Sie mit der linken Maustaste den Punkt "Kopieren". Das Fenster schließt sich nun.
  • Starten Sie Ihre Textverarbeitung.
  • Die Textverarbeitung öffnet sich mit einem leeren, weißen Dokument. Klicken Sie mit der rechten Maustaste irgendwo in das leere Dokument. Es öffnet sich ein Menü. Wählen Sie mit der linken Maustaste den Punkt "Einfügen".
  • Die Textvorlage befindet sich nun in Ihrer Textverarbeitung und kann hier weiter bearbeitet werden.

Für alle Computereinsteiger haben wir eine umfangreich bebilderte Seite erstellt, auf der jeder Schritt noch ausführlicher erklärt wird. Es ist ganz einfach! Klicken Sie hier.

Wichtige Hinweise:

  • Zweck unseres Musters ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Dieser Pflegestandard muss in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden.
  • Unverzichtbar ist immer auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.
  • Dieser Standard eignet sich für die ambulante und stationäre Pflege. Einzelne Begriffe müssen jedoch ggf. ausgewechselt werden, etwa "Bewohner" gegen "Patient".
 

Pflege von Senioren mit Hyperurikämie und Gicht
Definition:
  • "Hyperurikämie" ist eine Krankheit, die in Verbindung mit einer angeborenen Störung des Harnsäurestoffwechsels auftritt. Diese führt dazu, dass die Produktion der Harnsäure erhöht ist oder deren Ausscheidung vermindert wird. Die überschüssige Harnsäure bildet Kristalle, die im Blut ausfällen und sich im Körper ablagern, vor allem in den Gelenken. Das daraus entstehende Krankheitsbild wird "Gicht" genannt. Weitere Bezeichnungen sind "Urikopathie", "Arthritis urica" oder "Zipperlein".
  • Der betroffene Bewohner leidet unter schmerzhaften Schwellungen sowie unter Schüttelfrost und Fieber. Die Beweglichkeit der betroffenen Extremitäten ist stark eingeschränkt.
  • Die Krankheit befällt fast durchweg Männer und tritt zumeist um das 50. Lebensjahr auf. Betroffene sind zumeist übergewichtig und leiden unter Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus oder erhöhtem Blutdruck. Gicht tritt häufig an den Großzehengrundgelenken auf und wird dann auch als "Podagra" bezeichnet. Seltener sind Knie-, Sprung- und Daumengrundgelenke betroffen.
  • Die Krankheit verläuft lange symptomarm, bis es nach Jahren und meist nachts zu einem akuten Gichtanfall kommt. Schon das Gewicht der Bettdecke oder sanfte Berührungen können dann unerträgliche Beschwerden auslösen. Ein akuter Gichtanfall klingt innerhalb einiger Tage bis Wochen wieder ab.
  • Im weiteren Verlauf der Erkrankung wechseln sich akute Anfälle und längere schmerzfreie Zeiträume ab.
  • Bei einer chronischen Gicht kommt es zu destruktiven Gelenksveränderungen. Harnsäuresteine in der Niere können deren Funktionsfähigkeit einschränken ("Gichtniere"). Schwere chronische Verläufe sind selten, da heute eine wirksame medikamentöse Therapie zur Verfügung steht.
Grundsätze:
  • Hyperurikämie ist eine ernstzunehmende Krankheit, die in jedem Alter adäquat behandelt werden muss.
  • Der Bewohner hat das Recht, sein Leben selbst zu bestimmen. Das gilt auch dafür, welchen Risikofaktoren er sich mit seinem Lebensstil aussetzen will. Wir unterlassen jede Form der Bevormundung.
  • In vielen Fällen ist es nicht möglich, die Gicht zu heilen und Folgeschäden ganz zu vermeiden. Wir betrachten es daher bereits als Erfolg, wenn die gesundheitlichen Folgen verzögert oder abgemildert werden können.
Ziele:
  • Die Schmerzbelastung wird minimiert.
  • Der Bewohner weiß um die Zusammenhänge zwischen seiner Ernährung, seinem Alkoholkonsum und dem Fortschreiten der Gicht.
  • Der Bewohner stellt sein Konsumverhalten um. Er ernährt sich nahezu vegetarisch, meidet Hülsenfrüchte und verzichtet auf Alkoholgenuss.
  • Der Bewohner erhält wirksame Medikamente und nimmt diese regelmäßig ein.
Vorbereitung: Informationssammlung:
Wir stellen alle relevanten Informationen zusammen.
  • Seit wann leidet der Bewohner unter den Symptomen?
  • Wie wurde seine Gicht in der Vergangenheit behandelt? Welche Medikamente wurden eingesetzt? Wie wirksam war die Behandlung bislang?
  • Welche alternativen Therapien wendet der Bewohner an? Welche Strategien zur Schmerzreduktion hat er entwickelt?
  • Welche Hilfsmittel nutzt der Bewohner?
  • Welche Gelenke sind betroffen? In welchem Maß ist deren Beweglichkeit eingeschränkt? Sind Fehlhaltungen der betroffenen Gelenke erkennbar?
  • Klagt der Bewohner über Schmerzen in den betroffenen Gelenken? Ist der Bereich geschwollen oder druckempfindlich?
  • Klagt der Bewohner über Kopfschmerzen?
  • Leidet der Bewohner bei akuten Anfällen unter Tachykardie?
  • Gibt es Anzeichen für Entzündungen in den betroffenen Gelenken?
  • Haben sich Gichtknoten ausgebildet, etwa in der Nähe der Gelenkkapseln oder am Rand des Ohrknorpels?
  • Hat sich die Urinausscheidung verändert, etwa hinsichtlich der Menge, Farbe oder Beimengungen?
  • Wie oft leidet der Bewohner unter Anfällen?
  • Treten die Anfälle gehäuft nach Alkoholgenuss auf?
  • Kommt es vermehrt zu Anfällen nach umfangreicheren Mahlzeiten (etwa Festessen)?
  • Gehen den Anfällen häufig Kältereize voraus, etwa bei einem Winterspaziergang?
  • Häufen sich die Anfälle zu bestimmten Tageszeiten?
  • Treten die Anfälle nach körperlicher Belastung auf, etwa nach Spaziergängen oder der Bewegungsgruppe?
  • Gibt es Hinweise auf Funktionseinschränkungen der Nieren, etwa Nierensteine oder Niereninfektionen? Leidet der Bewohner gehäuft unter Harnwegsinfektionen?
  • Schwankt das Körpergewicht des Bewohners?
weitere Maßnahmen
  • Wir machen im persönlichen Gespräch dem Bewohner deutlich, dass es keine Alternative zu einer Nahrungsumstellung gibt. Ansonsten läuft er Gefahr, dass die Gicht einen chronischen Verlauf nimmt.
  • Wir bitten den Hausarzt um die Verschreibung eines geeigneten Schmerzmedikaments als Bedarfsmedikation.
Durchführung: Akuttherapie
Bei einem akutem Anfall steht die Linderung der Symptomatik im Mittelpunkt:
  • Wir verabreichen die Medikamente, die als Bedarfsmedikation vorgesehen sind.
    • Der Bewohner erhält Colchicin, bis die Symptome abgeklungen sind. Colchicin wird aus den Knollen und Samen der Herbstzeitlose gewonnen. Es setzt die Aktivität der Leukozyten herab. (Hinweis: Die Nutzung von Colchicin ist umstritten. Neue Studien zeigen, dass hoch dosierte nichtsteroidale Antirheumatika ebenso wirksam sind, aber weniger Nebenwirkungen auslösen.)
    • Der Bewohner erhält bei sehr schweren Gichtanfällen Kortison (ein zu den Glukokortikoiden zählendes Steroidhormon).
  • Das Gelenk wird ruhig gestellt. In einigen Fällen können allerdings auch vorsichtige Bewegungsübungen sinnvoll sein.
  • Der Bewohner erhält kalte Umschläge. Ggf. können Eisbeutel oder Quarkumschläge genutzt werden. In vielen Fällen lindern Heilerde, Alkohol-Umschläge und kalte örtliche Güsse die Beschwerden.
  • Der Bewohner soll seine Kräfte schonen und sich ausruhen. Er wird bei allen Tätigkeiten unterstützt, die er aufgrund der Schmerzbelastung nicht mehr selbst leisten kann.
  • Wir nutzen bei Podagra leichte Bettdecken und ggf. auch einen Bettbogen.
  • Der Bewohner soll viel Flüssigkeit zu sich nehmen, aber keinesfalls Alkohol. Drei Liter pro Tag sind bei akuten Anfällen der Idealwert. Der Bewohner sollte vor allem ungesüßten Tee, verdünnte Fruchtsäfte sowie Heil- und Mineralwasser zu sich nehmen.
  • Ggf. führen wir eine Flüssigkeitsbilanzierung durch.
Dauertherapie
  •  In anfallsfreien Zeiten führen wir eine Dauertherapie durch. Diese greift an zwei Punkten:
    • Mit Urikosurika steigern wir die Harnsäureausscheidung, indem die Reabsorption in den Nieren gehemmt wird.
    • Mittels Urikostatika reduzieren wir die Bildung von Harnsäure, indem die Xanthinoxidase gehemmt wird. Dieses Enzym ist entscheidend an der Harnsäureproduktion beteiligt.
  • Der Bewohner soll etwaiges Übergewicht abbauen und seinen BMI normalisieren.
  • Der Bewohner soll ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Sofern keine Trinkmengenbeschränkung vorliegt, ist eine Zufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag angemessen.
  • Der Bewohner soll seinen Alkoholkonsum einstellen.
  • Der Umstieg von Bier auf alkoholfreies Bier ist sinnlos, da auch dieses Purin enthält.
  • Wein ist zwar purinfrei, allerdings hemmt der enthaltene Alkohol die Harnsäureausscheid

    +++ Gekürzte Version. Das komplette Dokument finden Sie hier. +++




 
 
 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema
Schlüsselwörter für diese Seite Gicht; Purin-Stoffwechselerkrankung; Urikopathie; Mobilität
Genereller Hinweis zur Nutzung des Magazins: Zweck unserer Muster und Textvorlagen ist es nicht, unverändert in das QM-Handbuch kopiert zu werden. Alle Muster müssen in einem Qualitätszirkel diskutiert und an die Gegebenheiten vor Ort anpasst werden. Unverzichtbar ist häufig auch eine inhaltliche Beteiligung der jeweiligen Haus- und Fachärzte, da einzelne Maßnahmen vom Arzt angeordnet werden müssen. Außerdem sind etwa einige Maßnahmen bei bestimmten Krankheitsbildern kontraindiziert.